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noch mal Glück gehabt...

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geschrieben am 04.06.2015 16:47 von Sven · 1 Kommentar

Die Idee mit meinem Bike die Berge zu erkunden, fesselte mich gleich, als der Gedanke das Erste mal in mir aufkeimte. Frische Luft, tolle Aussichten und eine nette Abwechslung zum Alltag ließen keine Entschuldigung gelten.

Los geht's

Consuv iewAlso rein ins Auto und auf große Fahrt, es klingt sicher komisch Auto zu fahren um dann Fahrrad fahren zu können. Tja aber was soll ich sagen, wenn der Berg nicht zum Prophet kommt muss ich eben hin. Angekommen genoß ich erstmal die ungewohnte Umgebung - Ruhe, Einsamkeit und Erholung standen mir bevor. Nachdem ich nun angekommen bin, kramte ich die Route (die ich mir Zuhause rausgesucht hab) via Smartphone raus.

Der Spaß kann beginnen

Ich war für die Crossstrecke gewappnet, Handschuhe sorgten für den passenden Grip, Brille für die perfekte Sicht (eigentlich um die Insekten vom Auge fernzuhalten) und mein Helm als Schutz für meinen Dickkopf. Das ich den mal so richtig fordern musste, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mit leichtem Gepäck ging es also los.

Wunder der Natur

Sehr viel sah ich außerhalb der teils anspruchsvollen Wege nicht, im Gegenteil volle Konzentration auf Bike und Weg wurden mir abverlangt. Plötzlich auftauchende Kurven, die am Ende viel enger als gedacht waren, forderten alles von mir. Doch Spaß macht es allemal sich selbst an Grenzen zu bringen und im Gegenzug die Büroarbeit für ein paar Tage vergessen zu können. Das Wetter war perfekt, nicht zu kalt oder zu heiß. Ideal zum Radeln. Geräusche der Natur wirken in einsamen Wäldern völlig anders, wie ein rauschender Bach oder das Vogelgezwitscher, als in der gewohnten Umgebung daheim. Genau diese Momente bestätigen mir immer wieder, alles richtig gemacht zu haben. Doch binnen weniger Sekunden kann sich alles ändern, aber mehr dazu später.

Kurze Rast

Nach etlichen Stunden war es Zeit sich was in die Backen zu schieben, was gibt es da besseres als eine nette Baude mit tollem Ausblick? Nichts! Endlich mal hinsetzen, die Arme und Beine ausruhen lassen und ein leckeres frisches Kühlgetränk genießen. Sitzen tut mir auch nach der langen, meist im stehen verbrachter Fahrt ganz gut.
Mein leckeres und gut duftendes Schnitzel war viel zu schnell alle, so ein Hunger hatte ich. Kein Wunder ich hab bestimmt 4000 Kalorien verbrannt...zumindest kommt es mir so vor. Nach dem Essen gönnte ich mir einen Moment und genoß die tolle Aussicht. Wenn man von oben auf alles blickt, wird einem schnell bewusst wie klein die Welt von hier scheint und was man alles erreichen kann.

Endspurt

Satt, zufrieden und voller Elan schwinge ich mich wieder aufs Rad. Etliche Kilometer später, durch enge kieselartige Wege und über Brücken, fuhr ich dem ersten Abend entgegen. Dem Ziel schon so nah, voller Freude auf das Kommende, doch dann passierte es...

Der Crash

Eine kleine Unaufmerksamkeit, ein Augenblinzeln zuviel übersah ich eine Wurzel. Alles passierte so schnell, ich war nicht mehr Herr über mein Bike, sondern das Fahhrad über mich. Ich stürzte, überschlug mich mehrfach, da sich meine Schuhe in den Pedalen festkrallten. Ich landete mit Schulter und Kopf auf Steinen. Wie das passieren konnte und vorallem die Schnelligkeit verblüffte mich. Trotz allem hatte ich unglaubliches Glück. Mein Helm schützte mich vor Schlimmeren, er war zwar gebrochen und das bedeutet ein Neuer muss her, aber er hat seinen Job gut gemacht. Nur so konnte mir nichts ernsthaft schlimmes passieren. Schürfwunden an Schulter und Beinen musste ich davon tragen, aber halb so schlimm. Die werden mich noch eine Weile an die tollen Tage erinnern. Auszumalen was alles passieren kann, wenn ich keinen Helm aufgesetzt hätte, daran will ich garnicht denken. So ein schlimmer Sturz ist einem Bekannten geschehen, leider fuhr er ohne Helm und stürzte über eine Bordsteinkannte. Seine Schuhe lösten sich auch nicht und so konnte sein Kopf ungebremst auf dem Asphalt landen. Notoperation und Reha retteten sein Leben, jedoch war er nicht mehr der Mensch wie ich ihn vor dem Unglück kannte. Neben körperlichen Beschwerden kamen geistige Veränderungen dazu. Er war ein komplett anderer Mann geworden. Vom einst unternehmenslustigen, handwerklich Begabten war nicht mehr viel geblieben. Ich trage beim Radeln immer einen Helm, doch dieser tragische Schicksalsschlag bestätigt mir jeden Tag wie schnell sich das Leben ändern kann.

Kommentare

Avatar -Bastian-
geschrieben am 22.07.2015 15:21 von -Bastian-

Puhhh da hast du aber im wahrsten Sinne noch mal Schwein gehabt. Doch leider bringt, egal welcher Sport auch immer seine Schattenseiten mit sich.