EIN GENOSSENSCHAFTLICHES KONZEPT NÜTZT BAUERN, UMWELT UND VERBRAUCHERN

Milchprodukte sind gefragt und gehören bei den meisten Menschen zur täglichen Ernährung dazu. Rund 51 Kilo Milch und 24 Kilo Käse konsumieren die Deutschen durchschnittlich pro Kopf und Jahr (Zahlen von 2017). Doch nicht immer ist die Herstellung so nachhaltig, wie es sich viele Verbraucher wünschen. Spätestens seit den großen Bauernprotesten 2007/2008 ist auch klar, dass von den Erlösen der Milchprodukte oft wenig in den Taschen der Erzeuger landet.

Immer mehr Verbraucher legen beim Milcheinkauf Wert auf Nachhaltigkeit und faire Erzeugerpreise.

©djd/DFM Vermarktungs GmbH/Jens Wegener
Immer mehr Verbraucher legen beim Milcheinkauf Wert auf Nachhaltigkeit und faire Erzeugerpreise.

51 Kilo Milch konsumiert der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Doch oft verdienen die Erzeuger nur wenig daran.

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Fair und regional

"Als wir damals mit unseren Traktoren unterwegs waren, wurden wir immer wieder gefragt, welche Milch Verbraucher denn kaufen können, damit die Bauern genug abkriegen", erzählt Milchbauer Michael Braun. So entstand die Idee einer Milchbauerngenossenschaft mit einer eigenen Marke. "Wir haben ein Konzept erarbeitet und sind dann 2010 auf den Markt gegangen", so der Landwirt weiter. "Die faire Milch" garantiert, dass die beteiligten Bauern 45 Cent von jedem Liter verkaufter fairer Milch erhalten. Doch nicht nur Fairness für die Erzeuger ist dabei wichtig, sondern auch Nachhaltigkeit und Qualität.

So verpflichtet sich jeder Programmteilnehmer, auf Gentechnik und den umweltschädlichen Einkauf von Futtermitteln aus Übersee zu verzichten. Stattdessen soll das Futter möglichst vom eigenen Hof, ansonsten aus regionalen Kreisläufen stammen. Um das zu gewährleisten, hat sich die Genossenschaft zur flächenbezogenen Viehhaltung verpflichtet. Damit wird die Anzahl von Milchkühen auf der Fläche eines Hofes begrenzt. Das dient dem Tierwohl und ermöglicht die eigene Futtererzeugung und auch die Verwertung der Gülle oder des Mistes ohne Überschüsse. Dazu kommen weitere Maßnahmen wie die bienenfreundliche Produktion. Jeder Landwirt muss außerdem mindestens ein Umwelt- oder Tierschutzprojekt umsetzen - zum Beispiel eine Streuobstwiese unterhalten.

Jetzt auch drei Käsesorten

Dass die Genossenschaftsmilch dennoch nicht teurer ist als andere Markenmilch, ist dem Einsatz der Mitglieder zu verdanken: "Wir machen alles selbst, also zum Beispiel auch Werbung und Messebesuche", erklärt Braun. Die Produkte sind in vielen Supermärkten erhältlich, unter www.diefairemilch.de findet man einen in seiner Nähe. Zurzeit umfasst die faire Palette Milch mit 3,8 und 1,8 Prozent Fett, laktosefreie Milch, Schokomilch und Kleinpackungen. Ganz neu gibt es auch drei Käsesorten: Emmentaler, Butter- und Bergkäse. Einfach im Regal auf Faironika, die schwarz-rot-goldene Kuh achten.

Transparenz ist Trumpf

Mit ihrer eigenen Milchmarke wollen die Milchbauern nicht nur faire Preis für sich selbst garantieren, auch die Konsumenten sollen einbezogen werden. Deshalb sind in der Genossenschaft Fair Food e.G. nicht nur Landwirte, sondern auch Verbraucher als Mitglieder willkommen. Das Motto ist "Gemeinsam mit dem Verbraucher, nicht gegen ihn", so Milchbauer Michael Braun. Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, sind auf der Website www.diefairemilch.de alle teilnehmenden Höfe veröffentlicht. Dort ist außerdem ein Shopfinder integriert, mit dem man einfach durch Eingeben der Postleitzahl Geschäfte finden kann, die die Produkte anbieten.
djd // pressetreff.de
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